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Tja, nun ist es fast 21.00 Uhr und auch dieser Tag ist geschafft. Gestern hatte ich mir gewünscht, dass irgendwie dieser Tag gestrichen werden könnte. Oder ich mich in einen Tiefschlaf versetzten lassen könnte um erst am Donnerstag wieder aufzuwachen. Und ich brach immer mal wieder unvermittelt in Tränen aus. Auf dem Weg von Real zum Parkplatz erschien mir alles so schwer, dass ich es kaum tragen konnte. So langsam bin ich selten in meinem Leben gegangen. Doch dann begann alles anders zu werden. Schon bei der Chorprobe gestern Abend musste ich mich so konzentrieren und die Arbeit hat so gut getan, dass Tränen nicht mehr flossen und an Trauer gar nicht zu denken war.

In der Nacht habe ich schlecht geschlafen, viel dummes Zeug geträumt, zwischendurch sogar wieder Licht angemacht und gelesen.

Und heute morgen hatte ich solche Magenschmerzen, dass es sich fast wie eine Gastritis angefühlt hatte. Doch dann war der Tag so angefüllt mit Aktionen und schönen und traurigen aber auch lustige Dingen, dass ich nur sagen kann: Es war ein schöner Geburtstag.

Erst war ich zur Messe: heute ist Maria Lichtmess und  an diesem Tag werden in der Kirche die Kerzen gesegnet. Maria bringt das Licht in die Welt. In der keltische Mythologie entspricht dies dem Bild der jungfräulichen Brigid, der Sonnengöttin, welche die helle Jahreszeit bringt, die Natur wachrüttelt und den Segen spendet.

Dann musste ich zum Vereinsheim unserer Kleingartenanlage um alles für das Frühstück der Kindergartenkinder vorzubereiten. Danach schnell zurück zum Friedhof und die Kinder in Empfang nehmen. Die Guten sind 1 Stunde durch eiskalten Wind gelaufen um an Theos Grab Ballons mit guten Grüßen und Wünschen steigen zu lassen. Es wurde ein Geburtstagslied gesungen und eine Geburtstagskrone mit einer Kerze herum gereicht. Es war zwar zwischendurch total traurig und an einer bestimmten Stelle bei dem Lied: „Wir tragen Dein Licht“ versagte mir die Stimme und Tränen flossen wieder. Aber die Kinder waren so emsig und aufmerksam bei der Sache, dass es schön war das mit anzusehen.

Von dort aus ging es in das einigermaßen gut geheizte Vereinsheim und es wurde Kuchen gegessen und heißer Tee getrunken. Für Theo wurde ein Stuhl mit seinem Bild darauf an den Tisch gestellt. Im anschließenden Stuhlkreis mit Liedern für das Geburtstagskind wurde mir zwischendurch schon mal ganz schön flau. Das Fingerspiellied „10 kleine Indianer“ habe ich unzählige Male mit ihm gesungen und es war das erste Lied was ich anhand seiner Gesten erkannt hatte. Auch die anderen Spiele und Lieder waren sehr traurig. Ach wie gerne würde ich 100 mal am Tag 10 Kleine Indianer singen! Sicher, in echt würde ich wie immer nach dem 3. Mal aufhören: 3 mal das selbe Lied singen reicht. Und dann würde ich 3 mal „Ich hab einmal ne Maus gesehen“ singen und dann „Mit Fingerchen“ und dann.....

Für die Kinder und ihre Betreuerinnen ging es bald wieder auf den stundenlangen Rückmarsch. Es war sicher sehr anstrengend für alle Beteiligten. Und ich hoffe, dass die Kinder nicht zu nass geworden sind.

Kaum zu Hause hatte ich keine Pause, sondern musste den Teig für die Muffins vorbereiten und dann eine Freundin mit ihrer Tochter am Friedhof treffen. Um 16:00 Uhr kamen weitere Gäste und es wurde ein wirklich netter Nachmittag. Kuchen, Muffins und Kaffee und dann wie immer Kartoffelsalat mit Würstchen und Lachscreme im Blätterteig. Nur das heute der Blätterteig wegfiel, weil ich es nicht mehr geschafft habe. Es war dann doch so plötzlich 16:00 Uhr!!

Jetzt sind alle wieder weg, ich habe alles gespült. Die Küche ist sauber und dann wollte doch noch mal Traurigkeit aufkommen: da ruft doch tatsächlich noch eine Freundin an! Ja ihr habe euch alle gut angesprochen heute. Ich hatte gar keine Zeit zum Traurig sein.

Allen, die sich heute einmal wieder um mich gekümmert haben, die an mich gedacht habe danke ich: Es ist ein wirklich gutes Gefühl soviel Freunde zu haben. 

Und zwischendurch kam die Frage auf welcher Moment wohl schwerer oder trauriger war:

Als ich heute am Grab war oder jetzt wo ich hier allein sitze und Theos Geist/Seele neben mir spüre? Er sitzt ganz nah neben mir, nimmt mich in den Arm uns sagt: „ Anina nicht traurig sein“. Aber genau das geht gerade nicht und Tränen fließen wie ein Fluß.

......

Oder der 2.2.2005? An diesem Tag hatte ich Theo nach der Geburt nur zwei kurze Minuten auf meiner Brust liegen. Sein liebliches kleines Gewicht spürend und der warme weiche Kontakt zwischen meinem Kinn und seiner Stirn.

Damals um diese Zeit war ich allein auf meinem Zimmer auf meinen Mann wartend, dass er mir neue Informationen über Theos Gesundheitszustand bringt. Und mein einziger Gedanke war: Lass ihn leben!! Lass ihn leben!!

Und das hat er getan: er hat gelebt. Wunderbare fast 5 Jahre.

Dankbarkeit ist das was bleibt. Danke für diese Zeit. Danke für soviel Glück. Danke für so viel Liebe.

  

 

 

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Stand: 13.Juni 2010